100 Jahre Messiaen -
20 Jahre ensemble incanto:
Messiaen-Jahr 2008
2008 jährt sich der Geburtstag Olivier Messiaens, geboren 1908 im französischen Avignon, zum hundertsten Mal, und gleichzeitig feiert das ensemble incanto sein 20jähriges Gründungsjubiläum. Die Geschichte des ensembles incanto ist untrennbar mit dem Namen Messiaens verbunden, denn gegründet wurde incanto 1988 beim Messiaen-Festival in Hannover. Messiaen galt auch die erste CD-Einspielung von incanto.
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Diese beiden Jubiläen sind für das ensemble incanto Anlaß genug, Messiaen und ganz besonders sein Meisterwerk „Quatuor pour le fin du temps“ das ganze Jahr hindurch zu feiern.
Das „Quartett auf das Ende der Zeiten“ ist das zentrale Kammermusikwerk in Olivier Messiaens kompositorischem Schaffen. Ein eigenwilliges und erschütterndes Werk, entstanden in einem Europa der Apokalypse. Kaum eine andere Komposition hat die Entwicklung der Musik des 20. Jahrhunderts mehr beeinflusst. Die Uraufführung fand am 15. Januar 1941 vor 5000 Häftlingen im Kriegsgefangenenlager in Görlitz statt. Entscheidende Inspirationsquelle für Messiaen war der Satz auf der Offenbarung des Johannes „Hinfort soll keine Zeit mehr sein“. Tiefste Stille und erschütternde Dramatik, Licht und Dunkelheit, Farben, unendliche Hymnen und expressive Virtuosität lösen einander in einer derartigen Intensität ab, wie sie wohl kaum in einer anderen Kammermusik zu finden ist.
| ensemble incanto |
Ralph Manno | Klarinette (und Baßklarinette) |
| Michaela Paetsch Neftel | Violine (und Viola) | |
| Guido Schiefen | Violoncello |
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| Liese Klahn | Klavier |
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| Zu Gast | Anette Maiburg | Flöte (und Piccolo) |
| Annette Jahns | Sprechgesang und Inszenierung |
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| Helge Leiberg | Projektionsmalerei |
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Eine außergewöhnliche Gruppe renommierter Künstler stellt eine Novität in der Musikwelt vor: Das Melodram "Pierrot lunaire" von Arnold Schönberg in einer zweimaligen Aufführung, zunächst konzertant und dann szenisch.
Schönbergs Vertonung der ironisch-satirischen Texte von A. Giraud, die um Fantasien, Sehnsüchte und Ängste des Pierrot kreisen, gehört zu den Schlüsselwerken der Kammermusikliteratur des 20. Jahrhunderts. Die außergewöhnlichen Anforderungen an die menschliche Stimme, angesiedelt zwischen Sprechen und Singen, wird die renommierte Dresdner Sängerin Annette Jahns noch ausweiten: sie inszeniert den Pierrot und stellt sein Suchen szenisch dar.
Ihr zur Seite steht der Maler und Aktionskünstler Helge Leiberg. Er wird bei dieser Produktion spontan durch seine Bilderwelten eingreifen, die mit Hilfe eines Overhead-Projektors auf der Bühnen sichtbar werden und so den einzelnen Liedern des Pierrot visionäre Farbigkeit und zusätzliche Beweglichkeit verleihen. Den Instrumentalpart übernimmt das international erfolgreiche ensemble incanto.
Nach der Uraufführung in Schloß Pillnitz bei Dresden wurde die Künstlergruppe direkt weitervepflichtet. Sehr erfolgreiche Aufführungen folgten bei den Niedersächsischen Musiktagen in Hannover Herrenhausen, beim Mozartfest in Chemnitz und im Teatro de la Maestranza in Sevilla.
Schumanns Schatten
Ein Projekt mit Peter Härtling und dem ensemble incanto
Eines der meistbeachteten literarische Ereignisse der letzten Jahre war zweifellos das Erscheinen von Peter Härtlings ungewöhnlicher Künstlerbiographie "Schumanns Schatten". Kurze Zeit später spielte das ensemble incanto seine Schumann- CD ein (Arte Nova / BMG Robert Schumann chamber music). Im Sommer 1998 kam es dann zum Zusammentreffen des ensemble incanto mit Peter Härtling in einem gemeinsamen Konzert auf Schloß Pillnitz. Die Verzahnung von Härtlings Lesung aus seinem Roman mit der musikalischen Interpretation des ensemble incanto war so dicht, daß sich kein Zuhörer dem Phänomen Schumann entziehen konnte. Das "Gesprächskonzert" wurde zu einem fulminanten Erfolg Musiker und Schriftsteller waren sich sofort einig, diese Zusammenarbeit fortzusetzen.
Programm
Peter Härtling liest aus seinem Roman "Schumanns Schatten"
Das ensemble incanto spielt Werke von Robert Schumann
„Die Geschichte vom Soldaten“
ein russisches Märchen
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| Darius Milhaud |
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Trio für Klarinette, Violine und Klavier |
| Aram Khatschaturian |
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Trio für Klarinette, Violine und Klavier |
| Igor Strawinsky |
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„Histoire Du Soldat“ für Klarinette, Violine, Klavier und Sprecher |
Ein spannendes Zusammentreffen von Musik, Sprache und Schauspiel bietet diese besondere Zusammenarbeit zwischen dem ensemble incanto und dem Kabinetttheater Wien.
Igor Strawinsky schuf mit seiner „Histoire Du Soldat“ eine neue Form des epischen Theaters. Den Winter 1917 verbrachte er im Schweizer Exil. Abgeschnitten von seinem Berliner Verlag und ohne Zugriff auf das russische Familienvermögen, war die „Histoire Du Soldat“ eine Möglichkeit, in der Schweiz tätig zu werden. In Kammermusikbesetzung schuf er eine „orchestrale“ Vielfalt, kombiniert mit dem Text von Ramuz entstand ein reisekompatibles Minitheater.
In einer Fusion mit Christopher Widauer vom Kabinetttheater Wien wagt das ensemble incanto eine neue Interpretation der „Geschichte vom Soldaten“. Auf der Basis von Strawinskys Musik und dem russischen Märchen von Alexander Nikolayevich Afanasyev, das der Version von Ramuz ursprünglichen zugrunde lag, kommen Widauers künstlerisch innovatives Puppenspiel und Kammermusik zusammen. Alle Zutaten, die ein ordentliches Märchen braucht sind enthalten: ein Teufel, eine Prinzessin, ein armer Soldat und eine Geige. Das Spiel kann beginnen…
